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Stephanie Büttner Die pseudoparacelsischen "Secreta Secretorum". Untersuchungen und Texte zur frühneuzeitlichen Chemiatrie
(=Studien und Quellen zur Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit, Bd. 2) 293 Seiten. Gebunden ISBN 978-3-932608-16-2 45,00 EUR / 78,00 SFr Bestellen bei buchhandel.de oder bei amazon.de Der Arztalchemiker und Laientheologe Theophrastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493/94-1541), gilt als eine außergewöhnliche Persönlichkeit in der Umbruchzeit des Renaissancehumanismus und der Reformation. Außergewöhnlich erscheint neben seiner Lebensgeschichte seine Wirkmächtigkeit in Medizin, Arzneimittelkunde, Alchemie und Theologie, die sich in vielen Rezeptionszeugnissen bis in die Gegenwart manifestiert. Schwierigkeiten bereitet indes angesichts der Kargheit der Quellen, aus denen die Paracelsusbiographik schöpft, nicht nur die genaue Rekonstruktion des Lebenslaufs Hohenheims, Probleme liegen gleichfalls in der historisch-kritischen Sicherung der paracelsischen Werke sowie deren Rezeption, da die historische Persönlichkeit Theophrast von Hohenheims durch posthume Legendenbildung überwuchert wird. Erschwerend kommt hinzu, daß das paracelsische Textcorpus von einer gewaltigen Textmasse an pseudoparacelsischen Schriften flankiert wird. Viele dieser Pseudoparacelsica schlummern noch in den Handschriftenabteilungen der Bibliotheken oder in Archiven. Was die Leistungen Hohenheims auf dem Gebiet der Arzneimittelkunde anbelangt, so scheinen sich die Chemie- und Pharmaziegeschichtsschreibung einig zu sein. Sie feiert den Hohenheimer als den "Begründer der Chemiatrie", der "unsere jetzige Materia medica eigentlich erst begründete", als "Begründer der pharmazeutischen Chemie", "bei dem Alchemie zur pharmazeutischen Chemie wird", "der den Grundstein zur Chemiatrie gelegt" habe und der "den krönenden Abschluß einer Entwicklung bildet", als "Begründer der eigentlichen Pharmazie" und sogar als "Begründer der eigentlichen Chemie". Nur wenige ziehen diese Behauptungen in Zweifel, untersuchen den Einfluß spätmittelalterlicher Werke auf Paracelsus und versuchen, den Anteil der Anhänger Hohenheims am rasanten Aufschwung der Alchemia medica um 1600 schärfer zu konturieren. Mit den "Secreta Secretorum" liegt eine handschriftlich überlieferte pseudoparacelsische Textsammlung alchemisch-pharmazeutischen Inhalts vor, die gattungsgeschichtlich im Großraum der "Secreta"-Literatur anzusiedeln ist. Die vorliegende Studie soll einerseits einen Beitrag dazu leisten, das gewaltige pseudoparacelsische Schriftenmassiv abzubauen, andererseits mag sie zur Lösung der Frage nach den Verdiensten Hohenheims und seiner Anhänger auf medizinisch-pharmazeutischem Sektor beitragen. SW: Paracelsus, Pseudo-Paracelsus, Chemiatrie |
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