Palatina Verlag Heidelberg
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Detlef Haberland (Hrsg.)

"Ein symbolisches Leben"

Beiträge anläßtlich des 100. Geburtstages von Max Tau (1897-1976)

(=Tagungsreihe der Stiftung Haus Oberschlesien, Band 10)

330 Seiten mit Abb.

Broschur

ISBN 978-3-932608-64-3

32,00 EUR / 56,00 SFr

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Der am 19. Januar 1897 in Beuthen/Oberschlesien geborene Tau studierte in Berlin und Hamburg Literaturwissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte und Psychologie. Bereits während des Studiums begann Tau freiberuflich als Lektor zu arbeiten und schrieb als Feuilletonist für die Deutsche Rundschau und die Frankfurter Zeitung. Danach war er kurze Zeit Lektor im Lintz-Verlag in Trier und im Quitzow-Verlag in Lübeck, dann Lektor und literarischer Berater im Verlag von Bruno Cassirer. Schon in dieser Zeit verfaßte er eine Reihe von Rezensionen skandinavischer, vor allem norwegischer Literatur. Sehr früh auch reiste er nach Norwegen und suchte dort den direkten Kontakt mit den Schriftstellern selbst. 1927 wurde er als Direktor für Neuere deutsche Literatur an die Norwegische Akademie in Oslo berufen. Nicht nur seine literarische Begeisterung, sondern wohl vor allem auch dieses frühe Engagement haben wohl dazu beigetragen, daß er 1938 in Norwegen Asyl finden konnte.

Dort wurde er sofort aufgenommen, er fand Freunde und wieder einen Arbeitsplatz als Lektor. Nach der Besetzung Norwegens und den sich anschließenden Verfolgungen durch die Nationalsozialisten mußte er erneut fliehen, diesmal über die Grenze nach Schweden. Und erneut gelingt das Unmögliche: Wieder bekommt Tau eine Aufenthaltserlaubnis, arbeitet als Lektor und gibt sogar deutsche Bücher heraus. 1946 kehrt er bereits als norwegischer Staatsbürger nach Norwegen zurück und lebte, von zahlreichen Reisen abgesehen, von nun an bis zu seinem Tod am 13. März 1976 in Oslo.

Sein stetes Eintreten für Versöhnung und ein humanes Miteinander finden nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Ausdruck in bedeutenden Ehrungen. 1950 erhält er den neubegründeten Friedenspreis deutscher Verleger für seine "umfassenden Verdienste in Leben und Literatur", 1965 den Nelly-Sachs-Preis "in Ehrfurcht vor seiner Persönlichkeit und seinem Werk", "als Fürsprecher und Vorkämpfer humaner Gesinnung" sowie für sein Wirken als Literaturförderer und -vermittler. Schließlich empfängt er für sein künstlerisches Lebenswerk 1966 den Literaturpreis der deutschen Freimaurer, "weil er in eindrucksvoller Weise immer für die Würde und die Freiheit der Person eingetreten ist, aus einer gedanklichen Welt schöpft, die auch die Freimaurerei seit jeher geprägt hat und zur Versöhnung der Völker einen entscheidenden Beitrag geleistet hat." Er erhält 1970 den bedeutenden Sonningpreis der Universität Kopenhagen und schließlich 1974 den Oberschlesischen Kulturpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. In der Begründung führt der Laudator Horst Bienek unter anderem aus: "Ich dachte einen Schriftsteller zu finden, und ich entdeckte einen Menschen, einen wahrhaft großen Menschen! Ist das nicht mehr als nur ein Schriftsteller?" Und Bienek zitiert Taus Worte aus dessen Dankesrede zum Nelly-Sachs-Preis: "Heimat - das waren meine Freunde, die mich durch das Leben begleiteten, die Dichter, die Verleger, die einfachen Menschen. Heimat wurde mir Norwegen durch seine Literatur. Aber unverlierbare Heimat blieb für mich die Muttersprache. Nur in ihr bin ich fähig auszudrücken, was meine Seele bewegt. Wer die Heimat sucht und an den andern denkt, der vermag dem Leben zu dienen und den Menschen einen neuen Weg zu weisen."

SW:

Aus dem Inhalt:

Detlef Haberland: Vorwort

Detlef Haberland: Ein "symbolisches Leben"? Einführende Anmerkungen zu Leben und Werk Max Taus

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Burkhard Bittrich: Max Taus Roman "Denn über uns ist der Himmel"

Gerhard Kosellek: Die erinnerte Zeit. Max Taus Autobiographie "Das Land, das ich verlassen mußte"

Roberta Henning von Lange: "Mein Vaterland war das Land der Dichter und Träumer". Max Tau als Herausgeber der Anthologien "Die Stillen" (1921) und "Vorstoß. Prosa der Ungedruckten" (1930)

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Daniel Hoffmann: "Stehr saß, wie für immer...". Max Tau, Moritz Heimann und Oskar Loerke als Leser Hermann Stehrs

Ivar Sagmo: "[...]was war das für ein Markus?" Zu Max Taus Rezeption norwegischer Literatur vor 1938

Eckhard Grunewald: Begegnung mit dem Genius. Max Tau - Knut Hamsun - Nikos Kazantzakis

Ruth Dinesen: Max Tau und Nelly Sachs. Eine chassidische Begegnung

Ernst Volker Braun: Max Tau und Karl Scheffler in ihren Briefen und Erinnerungen

Hans Däumling: Max Tau und Hans Hellmut Kirst

Lothar Stiehm: Max Tau und Albert Schweitzer. Geschichte einer lebendigen Beziehung

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Lucian Schiwietz: Aspekte jüdischen Kulturlebens in Schlesien und das Phänomen Max Tau

Elisabeth Krüger: Max Tau als literarischer Leiter des Neuen Verlages in Stockholm

Einhart Lorenz: Zwischen dem Geist Nansens und der Furcht vor einer "Judeninvasion." Fremdenpolitik und Asylpraxis gegenüber jüdischen Flüchtlingen in Skandinavien

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Gerd Høst Heyerdahl: Max Tau - Erinnerungen aus Berlin

Rolf Appel: Erinnern an einen Freund

Egon Schramm: Max Tau, erinnert

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Detlef Haberland / Edgar Ytteborg: Bibliographie der Werke von und über Max Tau 1917-2000

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